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Vor mir eine Mauer aus Gewehren

 

Vor mir eine Mauer aus Gewehren, hinter mir nasskalter Beton.
Äußerlich bin ich stumm, innerlich möchte ich schreien.

Wir stehen nebeneinander, in Reih und Glied.
Ordnungsgemäß gegliedert, alphabetisch sortiert.
Ja, ja. Die feinen Herren da oben, wissen eben, was Ordnung bedeutet!

Vor uns stehen die Soldaten, mit ihren Gewehren im Anschlag.
Keine Gefühlsregung zuckt über ihre jungen Gesichter.
Nur gähnende Leere ist es, die uns anstarrt.

Ich richte meinen Blick zum Himmel, durchbreche die Ordnung,
sehe nicht mehr stur geradeaus.
Doch auch dort oben finde ich keine Hoffnung, sondern nur
das strahlende Blau eines Frühlingshimmels.

Deprimierend.

Unser Situation- meine Situation- ist hoffnungslos.
In wenigen Minuten wird keiner mehr von uns sein.
Wir werden umfallen, wie die Puppen,

immer schön der Reihe nach!

Je näher mein Tod rückt, desto mehr fange ich an zu zittern.
Innerlich.
Äußerlich.

Ich presse meinen Rücken gegen die Mauer hinter mir,
versuche einen Halt in ihr zu finden, doch vergebens.
Der Beton ist glatt, zu glatt.

Der Mann neben mir fängt an zu weinen wie ein kleines Kind.
Wie gerne würde ich mit ihm weinen, doch innerlich fühle
ich mich schon tot.

Und Tote weinen nicht.
Man weint nur um sie.

Wird meine Familie um mich weinen,
oder wird sie mich verfluchen?

Ein ohrenbetäubender Schrei reißt mich aus meiner Starre.
Eine Stimme beginnt einen Befehl zu brüllen und nun
weiß ich, dass es gleich soweit ist.

Die Soldaten, als auch wir Schuldigen machen uns bereit.

Wie gern würde ich mich jetzt als ein Held, als ein Märtyrer fühlen,
doch alles was ich fühle ist nacktes Entsetzen!!

Ihre grausamen Augen sehen mich an,
sehen in mir nicht mehr als Einen von vielen.

War ich wirklich nicht mehr?! Konnte ich wirklich nicht mehr
ausrichten?

In meinen letzten Sekunden kriecht ein verräterischer Gedanke in
mein müdes Hirn:
Reue.

Ich bereue, was ich getan habe! Ich bereue es aus tiefstem Herzen!

Hätte ich es nicht getan, hätte es nicht so enden müssen!

Ich spüre, wie sich ihre Blicke in mich bohren.
Der Soldat, der nur wenige Meter vor mir steht,
bewegt seinen Zeigefinger um einige Zentimeter.

Er drückt ab.
Und ich schreie.
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